Bischof Franz-Josef Overbeck: “Du sollst nicht töten lassen”

Bischof Franz-Josef Overbeck: “Du sollst nicht töten lassen”

Veröffentlicht am November 17, 2014 von | 2 Kommentare
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Franz-Josef Overbeck, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Das Friedenspotenzial von Religion sei grundsätzlich größer als das Gewaltpotenzial, meint der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck. Die Gewalt der Terror-Miliz “Islamischer Staat” könne allerdings nur mit Gewalt beendet werden.

Moderation: Kirsten Dietrich|Deutschlandradio Kultur

Kirsten Dietrich: … Religion, die wird immer öfter zusammen betrachtet mit Fanatismus, Krieg und Gewalt. Nicht erst seit der Schreckensherrschaft der Gruppe Islamischer Staat in Irak und Syrien, aber seitdem eben besonders. Welches Eingreifen von außen sinnvoll und nötig ist, wird heftig diskutiert. Und auch die Frage, welche Rolle die Religion im Konflikt spielt, steht seitdem ganz neu auf der Tagesordnung. Zu einer Diskussion über Krieg und Gewalt im Namen der Religion hat der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck in dieser Woche eingeladen.

Overbeck hat in diesen Fragen durchaus klare Positionen: Der ehemaligen protestantischen Ratsvorsitzenden Margot Käßmann warf er Lifestyle-Pazifismus vor, als diese sich vor einigen Monaten leidenschaftlich gegen Militäreinsätze aussprach. Ich wollte vom katholischen Militärbischof wissen, warum eigentlich zurzeit hinter einem Veranstaltungstitel kein Fragezeichen mehr steht, die Verbindung von Religion und Gewalt also fraglos erscheint!

Franz-Josef Overbeck: Es kann so sein, und was sein kann, wird immer irgendwann auch Wirklichkeit. Und das gilt eben dafür, dass keine Religion aus sich heraus gewalttätig ist, aber dass die Umstände, unter denen Religion gelebt wird, auch Gewalttätigkeit hervorbringen. Das Friedenspotenzial von Religion ist immer größer als das Gewaltpotenzial. Aber überall da, wo die Religion nicht von ihrem Wesen her gelebt wird – das Wesen ist immer friedfertig –, ist das Potenzial, Gewalt anzuwenden oder gewalttätig zu werden, leider Gottes groß. Und das kann man in der Geschichte an vielen Religionen sehen.

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