Krim-Äußerungen von Tschechiens Präsident Zeman beunruhigen Kiew

Krim-Äußerungen von Tschechiens Präsident Zeman beunruhigen Kiew

Thema: Die Zukunftsentscheidung auf der Krim

Tschechiens Präsident Milos Zeman

© AP/ Thibault Camus
13:17 23/11/2014
MOSKAU, 23. November (RIA Novosti).

Äußerungen von Tschechiens Präsident Milos Zeman, die Krim sei für die Ukraine verloren und die westlichen Sanktionen gegen Moskau seien ungerecht, sind bei der Regierung in Kiew auf Kritik gestoßen.

„Wir sind beunruhigt über die jüngsten Äußerungen des tschechischen Präsidenten, insbesondere zum Thema Krim“, sagte der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin am Samstagabend in einem Interview des Tschechischen Fernsehens. „Aber wir sehen diese Äußerungen nicht als die Meinung der Mehrheit der einfachen Tschechen an.“ „Als tschechischer Präsident hat Herr Zeman das Recht, beliebige Äußerungen zu machen“, räumte Klimkin ein. Es sei jedoch wichtig, dass dadurch „die Ukraine, deren Souveränität, Grenzkontrolle und die Bedeutung unseres europäischen Kurses nicht in Zweifel gezogen werden“.

Zeman hatte geäußert, dass die Schwarzmeerhalbinsel Krim, die sich im März mit Russland wiedervereinigt hat, für die Ukraine verloren sei. „Schließlich hat sie (Krim) nie zur Ukraine gehört – außer einer Periode, wo der damalige, etwas seltsame Führer der Sowjetunion, Nikita Chruschtschow, sie der Ukraine geschenkt hat“, argumentierte der tschechische Staatschef. Den Konflikt in der Ukraine verglich er mit dem spanischen Bürgerkrieg von 1937 bis 1939 und bezeichnete die Wirtschaftshilfe für Kiew unter diesen Umständen als sinnlos.

Die Krim hatte seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „schenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 blieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine.

Am 16. März 2014 stimmte die Krim-Bevölkerung in einem Referendum mehrheitlich für eine Abspaltung von der Ukraine und für eine Wiedervereinigung mit der Russischen Föderation. Zwei Tage später unterzeichneten der russische Präsident Wladimir Putin und die Regierung der Krim einen Vertrag über die Aufnahme dieser ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel und der Stadt Sewastopol in die Russische Föderation. Der Anlass für das Referendum war der Februar-Umsturz in Kiew, bei dem die Opposition Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet und eine von Nationalisten geprägte Regierung gestellt hatte.

Fotostrecke: Jubel nach Referendum – Krim stimmt für Russland-Beitritt>>

Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der Krim. Zudem werfen westliche Staaten Russland vor, die bewaffneten Regierungsgegner in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Lugansk zu unterstützen. Diese Kohlebergbau-Regionen hatten nach dem Umsturz in Kiew unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen, wonach die neue Regierung Truppen gegen sie schickte. Moskau weist jede Verwicklung in den seit April andauernden Konflikt, der laut UN-Angaben bereits mehr als 4300 Zivilisten das Leben gekostet hat, zurück.

Der Brudermord in der Ukraine. Eine Chronik in Bildern >>

In der Ukraine-Krise verhängten die USA und – auf ihr Drängen hin -die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln.

http://de.ria.ru/politics/20141123/270061319.html

via ucnet

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s