#PEGIDA-Hetze geht weiter

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Aus Braunhemden werden Ahnungslose: PEGIDA-Hetze geht weiter

Markus Gärtner

PEGIDA erhält weiter Zulauf. Diesmal versammelten sich laut Polizei 17 500 Menschen zum Montagsprotest in Dresden. Der Rest der Republik geht mit der wachsenden Bewegung jedoch wie gewohnt um: Die politische Elite grenzt die Störenfriede aus ihrem gemütlichen Biotop aus, deklariert sie als Erscheinung am politischen Rand und bezeichnet die Demonstranten als »Schande«.

Die Leitmedien wechseln diesmal die Taktik und bezeichnen jene, die sie seit Wochen als »Gefahr« und »Schande« beschrieben hatten, nun als jämmerlichen Haufen von Event-Touristen, die nach Dresden pilgern, dumme Sprüche klopfen und ansonsten nicht wissen, was sie eigentlich auf die Straße treibt

Es werden auf allen Seiten Gegensätze erzeugt, um PEGIDA unglaubwürdig und lächerlich zu machen. Altkanzler Schröder fordert einen neuen »Aufstand der Anständigen« − gegen die Unanständigen, heißt das.

n-tv beschreibt im Bericht aus Dresden eine Gruppe von »fünf Jungs« aus einem Dresdener Vorort, die gar nicht wissen, warum sie auf dem Theaterplatz vor der Semperoper stehen.

Sie hätten ihre anti-muslimischen Erfahrungen über drei Ecken gemacht – Hörensagen, irgendwelche Blogs und dazu noch Gerüchte − und tauschten nun »verschwörerische Blicke« aus.

Das klingt, als sei Dresden wieder im Tal der Ahnungslosen gelandet, im Niemandsland einer ansonsten aufgeklärten Republik.

Bei der FAZ wie bei n-tv wird die jüngste Demonstration ins Lächerliche gezogen. Die Wirtschaftszeitung aus Frankfurt sah eine »Veranstaltung, die an Skurrilität kaum zu überbieten war«, deren Anführer sich nicht von Fakten trüben lasse, und jetzt auch noch den Weihnachtsmann für die Rettung des Abendlandes bemühe.

Laut FAZ ist der weitere Anstieg der Teilnehmerzahl in Dresden um annähernd 20 Prozent eine Enttäuschung, weil die Veranstalter nicht mit 17 500 Demonstranten gerechnet hätten, sondern mit mindestens 20 000.

Dass die PEGIDA-Organisatoren am Montagabend tatsächlich so viele Teilnehmer gezählt haben, das schreibt heute keiner.

Dafür wird in den Mainstream-Medien unübersehbar hervorgehoben, dass sich in München laut Polizei ein »breites Bündnis« gesellschaftlicher Gruppen mit mindestens 12 000 Teilnehmern versammelt habe.

Laut Veranstalter sind es gar bis zu 25 000 gewesen. Im Falle München wird die Schätzung des Veranstalters wiedergegeben, im Falle der PEGIDA aber nicht. Das sind ja die Falschen, die Unanständigen.

Wenn die blanken Zahlen schon so wichtig sind: Warum wird dann nicht mehr Mühe darauf verwendet, die größere Bewegung genauer zu analysieren? Das ist eine von vielen offenen Fragen.

Mit Schlagzeilen wie der in der FAZ wird ein weiterer Gegensatz erzeugt, der PEGIDA unglaubwürdig und lächerlich machen soll: In München die Vernunft des breiten Bündnisses gegen die Islamfeinde, in Dresden die Clowns, die man nicht ernst nehmen kann.

Dass der gesamte Mainstream seit Wochen diese junge Bewegung eher als »Gefahr« dargestellt hat, scheint vergessen. Man prügelt die unangenehmen Protestler, wie es gerade passt. Mal zieht man ihnen die braunen Hemden aus, mal wäscht man ihnen die leeren Köpfe.

Und was passiert, wenn es plötzlich 50 000 oder gar 100.000 sind?

Wen kümmert es, dass es die ganze Republik ist, die sich hier lächerlich macht, nicht die Demonstranten, die immer nur Gegenstand der Betrachtung sind, aber kaum selbst zu Wort kommen. Trotzdem zögert kaum jemand im politischen Establishment und in den Leitmedien, sie abzustempeln.

In der Berichterstattung des Spiegels wird ein weiterer Versuch deutlich, PEGIDA kalt zu stellen: Der »Aufmarsch« in Dresden wird unter der Schlagzeile »Schwarz-Rot-Dumpf« beschrieben. Als Eindruck von den Demonstranten bleibt nach dem Lesen: Sie haben Lieder gesungen, »Parolen gebrüllt« und eigentlich nicht gewusst, warum sie überhaupt angereist sind.

Ein Phantom sozusagen, auch noch von rechts, versteht sich. Eine Bewegung, die von Anfang an in die politische Abseitsfalle geraten ist. Regelbrecher muss man gar nicht erst ernst nehmen. Wie bequem. Zitiert wird im Spiegel-Bericht der Mann einer Familie aus Stuttgart mit dem Eindruck, die Vielzahl der Menschen in Dresden wisse nicht, »warum sie eigentlich hier ist«.

Hier haben wir es: Aus den Braunhemden sind Ahnungslose geworden. Wieso es in Deutschland angesichts so vieler Massenmedien mit Informationsauftrag so viele »Dumpfbacken« gibt, ist eine andere Frage. Aber die wird vom Mainstream nicht gestellt. – Auch das sagt uns einiges.

Und warum nicht mehr von diesen verirrten Menschen nach ihren Beweggründen für die Proteste gefragt werden, wo die Leitmedien sich inzwischen doch mit Berichten zu PEGIDA überschlagen und viel redaktionellen Raum zur Verfügung stellen, das bleibt auch unbeantwortet. Man kann es aber zwischen den Zeilen lesen: Die Gegendemonstrationen bekommen in sämtlichen Systemblättern heute früh einen sehr breiten Raum.

Dagegen ist von der Sache her überhaupt nichts zu sagen, denn auch das »breite Bündnis aus kirchlichen Gruppen, Künstlern und Flüchtlingsorganisationen«, wie der Bayerische Rundfunk es beschreibt, hat seine Gründe, auf die Straße zu gehen und seine Ablehnung gegen die PEGIDA-Bewegung zum Ausdruck zu bringen.

In München wie in Dresden handelt es sich um genehmigte Proteste, um friedlich vorgetragene Positionen, um nachvollziehbare Beweggründe. − Die einen sind jedoch ehrbar, die anderen verwerflich und dumpf, weil sie als Folge von Einwanderung eine veränderte Kultur fürchten und im Biotop der politischen Korrektheit damit zu viel Unruhe stiften.

Hier stellt sich das Land selbst ein mieses Zeugnis aus. Denn im Unterschied zum Fußball kann man in der politischen Auseinandersetzung nicht mit roten Karten arbeiten. Das »Spielfeld« kann in einer Gesellschaft niemand verlassen.

via pegnet

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