Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs

Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs

Mindestens 15 Millionen Muslime leben heute in der EU, und es werden sicherlich noch mehr. Übers Ziel hinaus ging vor Jahren die Prognose des britisch-amerikanischen Publizisten und Mittelosthistorikers Bernard Lewis, der die Überlegung anstellte, die Muslime würden Ende des 21. Jh in Europa die Mehrheit bilden: „Europa wird Teil des arabischen Westens sein, des Maghrebs. Dafür sprechen Migration und Demografie“, so Lewis, der auch schon mal als der „Doyen westlicher Islamwissenschaft“ bezeichnet wird, im Interview 2004.

Angesichts der Marginalisierung der Religion im Westen und rückläufiger Zahlen von Kirchenmitgliedern, können Muslime vermutlich, wenn nicht der Zahl nach, so doch der Empathie nach, die Christen heute schon locker überflügeln. Einer Studie des Bundesinnenministeriums aus dem Jahre 2007 zufolge sieht sich die Mehrzahl der Muslime (2007: über 85 Prozent) in Deutschland als „gläubig“ oder „sehr gläubig“; die Zahl der mindestens wöchentlichen Moscheebesucher stieg zwischen 2000 und 2005 von 30,7 auf 41,6 Prozent.

Dieses Ergebnis zeigt, dass Muslime in Deutschland der Religion in Theorie und Praxis eine hohe Bedeutung beimessen und dass der Islam „weit in den Alltag der Muslime hinein in vielfältigen Formen Wirksamkeit entfaltet und eine mächtige Kraft der Alltagsgestaltung wie auch der Strukturierung sozialer Beziehungen darstellt“.


Identifikation unterm Halbmond

Im Vergleich zu früheren Erhebungen war damit die islamisch-religiöse Identifikation hierzulande noch gestiegen. Zugenommen hatte aber nicht nur der Moscheebesuch, sondern zum Beispiel auch die Reihe der Befürworter des Kopftuchtragens bei Frauen: Im Jahr 2000 hatten diesen Brauch erst 27,2 Prozent der Muslime ausdrücklich bejaht, 2005 waren es bereits 46,6 Prozent. Und noch deutlicher: 79,6 Prozent stimmten der Aussage „völlig zu“, dass der Koran die wahre Offenbarung Gottes ist, weitere 9,4 Prozent stimmten hier immerhin noch „eher zu“; zusammen 89 Prozent. Damit dürfte der Anteil derjenigen Muslime überwältigend sein, die von der Wahrheit ihrer Religion überzeugt sind, und dies mit klarem Alltagsbezug; Riten und Gebote des Islam werden hoch geachtet, „auch wenn sie im Detail nicht immer eingehalten werden“.

http://www.heise.de/tp/artikel/44/44056/1.html

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